13. September 202611 Min.
MPU-Test: was wirklich getestet wird
Eine MPU besteht aus drei Untersuchungsteilen am Untersuchungstag, und nur einer davon ist ein Test im Wortsinn: der Leistungstest am Computer. Gemessen wird dort, wie schnell du reagierst, wie lange du konzentriert bleibst, wie gut du dich in einer unübersichtlichen Darstellung orientierst und wie du arbeitest, wenn das Tempo anzieht.
Verbreitet ist dafür das Wiener Testsystem. Der Maßstab ist kein Punktestand und keine Sekundenzahl, sondern der Prozentrang. Für eine normale Fahrerlaubnis genügt Prozentrang 16.
Die beiden anderen Teile sind keine Tests. Die ärztliche Untersuchung ist eine Untersuchung. Das psychologische Untersuchungsgespräch ist eine Exploration, ein geführtes Gespräch über deine Vorgeschichte, ohne Musterlösung und ohne Punktwert.
Der Leistungstest ist damit der einzige Teil, den du als Test erlebst: standardisiert, normiert, mit klaren Grenzwerten.
Was Menschen meinen, wenn sie MPU-Test sagen
Nach unserer Beobachtung steht der Begriff MPU-Test im Netz für drei verschiedene Dinge. Wer danach sucht, meint eines davon und findet die anderen beiden.
Erstens die MPU als Ganzes. Umgangssprachlich heißt sie Test, sie ist aber keiner, sondern eine Begutachtung aus mehreren Methoden, von denen nur eine Leistung misst.
Zweitens der Leistungstest am Computer, im Alltag oft Reaktionstest genannt, obwohl die Reaktion nur einer von fünf Bereichen ist.
Drittens die Quiz und Simulationen, die im Internet als MPU-Test angeboten werden. Sie tragen den Namen, gehören aber nicht zum Verfahren.
Dieser Ratgeber behandelt den zweiten Punkt, der Abschnitt zu den MPU-Tests im Internet den dritten. Alles Übrige steht in unserer Ratgeber-Übersicht.
Wie der ganze Untersuchungstag abläuft, steht im Ratgeber zum Ablauf der MPU. Der übernächste Abschnitt beschreibt den Leistungstest Schritt für Schritt.
Das Wiener Testsystem, und warum es nicht das einzige ist
Das Wiener Testsystem, kurz WTS, ist eine computergestützte Testbatterie des Herstellers Schuhfried, in der Fahreignungsbegutachtung weit verbreitet. Vorgeschrieben ist es nicht und nicht das einzige zugelassene System.
Frei wählbar sind die Verfahren trotzdem nicht. Kriterium PTV 2 der Beurteilungskriterien verlangt, dass eine unabhängige Stelle sie nach Anlage 14a FeV überprüft und als geeignet eingestuft hat. Nach Kriterium PTV 7 stehen sie im Gutachten. Du kannst also nachlesen, womit gemessen wurde.
Zur Einordnung: Anlage 5 FeV verlangt dieselbe Eignungsbestätigung, ist aber keine allgemeine MPU-Grundlage und gilt nur für einen Teil der Klassen. Der Abschnitt zur Leistungsuntersuchung für Bus und Taxi ordnet sie ein. Die Anforderungen an den Leistungstest innerhalb einer MPU stehen in den Beurteilungskriterien.
Welche Verfahren bei dir laufen, hängt von der Fragestellung der Behörde ab, von der beantragten Klasse und von Anlässen wie einer Dauermedikation. Den Umfang legen die Gutachter fest. Als nicht veraltet gelten Vergleichsnormen und Testversion, wenn sie in den letzten zehn Jahren aktualisiert wurden.
So läuft der Leistungstest am Untersuchungstag ab
- Du sitzt an einem Rechner, allein oder in einem Raum mit optischer und akustischer Trennung zu anderen.
- Vor jedem Verfahren wird die Aufgabe erklärt, schriftlich am Bildschirm und mündlich durch die Testassistenz, nach dem standardisierten Verfahren des Testentwicklers.
- Es folgt eine Übungsphase. Wenn du die Aufgabe nicht verstanden hast, sagst du das jetzt.
- Dann läuft der gewertete Durchgang.
- Brille, Kontaktlinsen und Hörgerät. Wir empfehlen, sie mitzubringen und zu tragen.
- Ein qualifizierter Testanwender wertet aus. Kriterium PTV 4 der Beurteilungskriterien verlangt, dass die Verfahren von einem hierfür qualifizierten Testanwender ausgewählt und eingesetzt werden. Ein Studienabschluss in Psychologie erfüllt diese Anforderung, ist nach Indikator 2 aber nicht der einzige Weg: Wer kein Psychologiestudium absolviert hat, kann die Qualifikation durch eine geeignete berufliche Fortbildung nachweisen. Die Ergebnisse fließen ins Gutachten ein.
Was wir aus rund 400 begleiteten Fällen im Jahr dazu sagen können: Der Leistungstest selbst dauert oft nur rund 20 Minuten. Der ganze Untersuchungstag dauert drei bis fünf Stunden, mit Wartezeiten zwischen den Teilen. Eine feste Reihenfolge der Teile gibt es nicht, sie wechselt je Begutachtungsstelle. Das psychologische Gespräch steht meistens am Ende. Länger dauert der Leistungstest innerhalb einer MPU, wenn ein Verfahren wiederholt werden muss, und bei den Klassen C und D. Zusätzliche Kosten entstehen dadurch nicht, er steckt im Preis des Gutachtens.
Die Testdurchführung erfolgt ohne äußeren Störeinfluss. Wenn jemand während des gewerteten Durchgangs den Raum betritt oder dich anspricht, sag es sofort. Das ist ein anerkannter Grund, den Befund nicht so stehen zu lassen.
Prozentrang, der Maßstab, um den es geht
Der Prozentrang ist die Bewertungsskala des Leistungstests. Er sagt nicht, wie viele Millisekunden du gebraucht hast, sondern welcher Anteil der Vergleichsgruppe unterhalb deines Wertes liegt. Prozentrang 50 entspricht dem Median.
Für eine Fahrerlaubnis der Gruppe 1, also Auto und Motorrad, wird Prozentrang 16 verlangt. Die Beurteilungskriterien beschreiben diesen Wert als eine Standardabweichung unter dem Erwartungswert.
Lies den Satz noch einmal in Ruhe. Du musst nicht überdurchschnittlich sein. Du musst nicht einmal Durchschnitt sein. Du musst besser abschneiden als die schwächsten sechzehn Prozent der Vergleichsgruppe.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Für Lkw, Bus und Fahrgastbeförderung liegt die Anforderung höher. Und ein Prozentrang unter 3, also zwei Standardabweichungen unter dem Erwartungswert, gilt auch bei sonst guten Ergebnissen in der Regel nicht mehr als ausgleichbar.
Wann gar kein Leistungstest stattfindet
Der Leistungstest ist nicht Bestandteil jeder MPU. Für Betroffene mit Punkten oder einer Straftat ist das die zentrale Entwarnung.
Die Beurteilungskriterien formulieren die Regel ausdrücklich: Ohne Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenbeteiligung und ohne Hinweis auf Auffälligkeiten während der Fahrt, die auf die Leistungsfähigkeit zurückgehen könnten, kann auf Leistungstests verzichtet werden. Vorausgesetzt, die Fahrerlaubnisbehörde fragt nicht ausdrücklich nach den Leistungsvoraussetzungen. Als Beispiel nennen sie reine Halterdelikte.
Die Gegenprobe steht im selben Kapitel. Bei Delikten während der Fahrt, die auf Fehleinschätzungen oder Fehlreaktionen zurückgehen können, etwa Rotlichtmissachtung, zu geringer Sicherheitsabstand oder das Verursachen von Unfällen, sind Leistungstests stets durchzuführen. Dasselbe gilt bei Straftaten mit Unfall- oder Suchtmittelbezug.
Der Verzicht bleibt die begründete Ausnahme, in der Mehrzahl der Anlässe ist die Überprüfung notwendig. Wo sie entfällt, entfällt sie aber vollständig. Ab welchen Werten die MPU bei Alkohol überhaupt ergeht, steht im Ratgeber MPU wegen Alkohol.
Leistungsuntersuchung für Berufskraftfahrer, das ist keine MPU
Eine Leistungsuntersuchung nach Anlage 5 der Fahrerlaubnis-Verordnung ist keine medizinisch-psychologische Untersuchung. Maßgeblich sind dort nicht die Beurteilungskriterien, sondern die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung.
Anlage 5 FeV gehört zu § 11 Absatz 9 sowie zu § 48 Absatz 4 und 5 und betrifft die Klassen C, C1, D, D1, die zugehörigen Anhängerklassen und die Fahrgastbeförderung. Innerhalb dieser Gruppe wird unterschieden.
Nummer 1 sieht für alle diese Klassen eine ärztliche Untersuchung vor. Nummer 2 verlangt zusätzlich eine Untersuchung des Leistungsvermögens, aber nur für D, D1, DE, D1E und die Fahrgastbeförderung. Und auch dort nicht durchgängig: Bei der Erteilung gilt sie für alle diese Klassen, bei der Verlängerung erst ab Vollendung des 50. Lebensjahres für D, D1, DE und D1E und erst ab Vollendung des 60. Lebensjahres für die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung.
Für die Praxis heißt das: Bus- und Taxifahrer absolvieren bei der Erteilung einen Leistungstest, ohne deshalb eine MPU zu haben. Bei der Verlängerung greifen die genannten Altersgrenzen. Für die Lkw-Klassen C und C1 sieht die Anlage dagegen nur die ärztliche Untersuchung vor, keinen Leistungstest.
Wann eine einzelne Minderleistung ausgeglichen wird
Kriterium A 6.2 N der Beurteilungskriterien beschreibt, wann ein einzelner Wert unterhalb der Grenze die Fahreignung nicht in Frage stellt. Der Wortlaut:
Was passiert, wenn das Ergebnis schwach ausfällt
Ein einzelner schwacher Wert im Leistungstest beendet die Begutachtung nicht. Die Beurteilungskriterien in der 5. Auflage sehen mehrere Möglichkeiten vor. Dass wir sie hier als Reihenfolge darstellen, ist eine Lesehilfe von uns; die Beurteilungskriterien führen sie als Indikatoren auf, nicht als festgelegte Stufenfolge.
Erstens Kompensation. Ein Wert unter der Grenze wird durch die übrigen Verfahren aufgefangen, wenn die dort erreichten Prozentränge hoch genug liegen.
Zweitens Klärung. Bei Minderleistungen klärt der psychologische Gutachter durch Befragung, ob situative Effekte ursächlich waren, etwa Störeinflüsse im Raum oder ein Missverständnis bei der Instruktion, und entscheidet danach über eine Testwiederholung oder einen Alternativtest. Einen generellen zweiten Versuch gibt es nicht.
Drittens Fahrverhaltensbeobachtung. Werden die Mindestnormen insgesamt nicht erreicht, kann eine zusätzliche Fahrverhaltensbeobachtung prüfen, ob du die festgestellten Defizite durch fahrpraktische Erfahrung ausgleichst. Kriterium A 6.2 N Nummer 4 setzt dafür einen Klienten mit Fahrerfahrung voraus.
Viertens erst danach ein negatives Ergebnis in diesem Punkt.
Was wir in der eigenen Begleitung sehen: Wenn jemand bei uns im ersten Anlauf nicht besteht, liegt es an einem von vier Gründen: zu früh angetreten, die Lerninhalte nicht umgesetzt, die Vorbereitung zu kurz angesetzt oder am Untersuchungstag zu nervös gewesen. Der mit Abstand häufigste ist der erste. Wer den Termin vorzieht, weil die Behörde drängt oder die eigene Geduld am Ende ist, verschenkt genau den Vorlauf, den seine Veränderung noch gebraucht hätte. Was nach einem negativen Gutachten zu tun ist, steht im Ratgeber MPU nicht bestanden.
Kannst du den Leistungstest üben?
Die ehrliche Antwort besteht aus zwei Teilen, und beide sind unbequem für den Markt.
Was Üben nicht leistet: Die Verfahren sind standardisiert und normiert. Sie messen Grundfunktionen wie Konzentration und Belastbarkeit, keine Wissensinhalte. Die Beurteilungskriterien beanstanden es sogar, wenn eine Begutachtungsstelle die Testdurchführung ausführlicher einüben lässt, als der Testentwickler es vorsieht. Der Übungseffekt gilt dort als Störgröße, nicht als Leistung.
Was Üben tatsächlich leistet, nach unserer Beratungserfahrung: Vertrautheit mit der Aufgabenform nimmt die Anspannung, und Nervosität am Untersuchungstag gehört zu den vier Gründen, aus denen unsere Klienten im ersten Anlauf scheitern. Wenn du eine Figurvergleichsaufgabe schon einmal gesehen hast, verlierst du die ersten dreißig Sekunden nicht damit, die Aufgabe überhaupt zu begreifen.
Unsere Empfehlung und der Grund dafür: Ein Abend mit einer Übungssimulation, mehr nicht. Wir raten dazu, weil Nervosität am Untersuchungstag zu den vier Gründen gehört, aus denen unsere Klienten im ersten Anlauf scheitern, und eine Übungsstunde der Testsituation die Fremdheit nimmt. Gegen ein Trainingsprogramm über Wochen raten wir aus demselben Grund: Die Zeit fehlt dann in der Vorbereitung auf das Gespräch. Was in den letzten Wochen vor dem Termin wirklich zählt, steht im Ratgeber Kurz vor der MPU.
Die MPU-Tests im Internet, richtig eingeordnet
Kostenlose MPU-Tests sind im Netz schnell gefunden, und sie zu nutzen ist kein Fehler. Nur sollte klar sein, was diese Angebote tatsächlich sind. Nach unserer Marktbeobachtung gibt es vier Kategorien, die Tabelle darunter ordnet sie ein.
Allen vieren fehlt dasselbe: die Normstichprobe. Ohne sie gibt es keinen Prozentrang und damit keine Aussage über dein Ergebnis, weder im Guten noch im Schlechten. Und ein Quiz kann kein Gespräch simulieren, in dem die Begründung zählt und nicht die Auswahl.
Wenn eines dieser Tools dir eine Nacht Ruhe verschafft hat, hat es seinen Zweck erfüllt. Als Vorbereitung auf die Begutachtung ersetzt es nichts. Womit die Gutachter tatsächlich arbeiten, steht im Ratgeber MPU-Fragen.
Der Teil, der kein Test ist, und warum er entscheidet
Das psychologische Untersuchungsgespräch ist eine Exploration. Die Beurteilungskriterien beschreiben es als interviewbasierte Erhebungstechnik, die ausgehend von aktenkundigen Anknüpfungstatsachen die Hintergründe und Ursachen der Verhaltensauffälligkeit klärt. Ein Test im psychometrischen Sinn ist es nicht.
Nur die Gesprächseröffnung ist eine normale Unterhaltung. Danach führt der psychologische Sachverständige einen gesteuerten, sachorientierten Dialog, der breit beginnt und sich verengt, bis ein stimmiges Bild steht oder ein Widerspruch.
Eine Musterlösung gibt es nicht und keinen Punktwert, ab dem das Gespräch bestanden wäre. Einen Maßstab gibt es trotzdem: Die Beurteilungskriterien arbeiten mit Hypothesen, Kriterien und Indikatoren. Es zählt, ob deine Erklärung trägt und ob deine Veränderung stabil ist.
Genau deshalb kann die Angst an der falschen Stelle liegen. Der Leistungstest hat klare Zahlen und klare Grenzen. Das Gespräch hat beides nicht.
Drei Ratgeber gehen genau darauf ein: MPU-Fragen zeigt, was gefragt wird und worauf jede Frage zielt. Sympathie und Ehrlichkeit beantwortet, wie offen du sein musst. Und Warum die MPU kein Idiotentest ist räumt mit der Vorstellung auf, hier werde deine Intelligenz gemessen.
Rechtsstand und Quellen
Rechtsstand: 29.08.2026.
Geprüft anhand § 11 Absatz 9 und § 71a der Fahrerlaubnis-Verordnung, Anlage 5 Nummer 2 und Anlage 14a FeV, den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, dort Kapitel C.4.2.1, C.4.3.2.1, C.4.6 und C.4.7, Tabelle C.6 sowie die Kriterien A 6.1 N, A 6.2 N und PTV 1 bis PTV 7.
Verlinkt sind die amtlichen Fassungen auf gesetze-im-internet.de, die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung bei der Bundesanstalt für Straßenwesen, die Seiten der DGVP und der DGVM zu den Beurteilungskriterien sowie die Herstellerinformation von Schuhfried.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung und keine individuelle Beratung.
Das Wichtigste in Kürze
Nur der Leistungstest am Computer ist ein Test im engeren Sinn. Der ärztliche Teil ist eine Untersuchung, der psychologische ein Gespräch.
Gemessen werden bis zu fünf Bereiche: Aufmerksamkeit, Orientierung, Konzentration, Belastbarkeit und Reaktion.
Verbreitet ist das Wiener Testsystem des Herstellers Schuhfried, eines von mehreren zugelassenen Verfahren.
Für Auto und Motorrad werden in der Regel mindestens drei Bereiche geprüft, Grundlage sind die Beurteilungskriterien. Alle fünf verlangt Anlage 5 FeV nur für D, D1, DE, D1E und die Fahrgastbeförderung.
Maßstab ist der Prozentrang. Für eine normale Fahrerlaubnis reicht Prozentrang 16, also eine Standardabweichung unter dem Erwartungswert.
Ein schwaches Ergebnis lässt sich durch die übrigen Bereiche ausgleichen, wenn deren Prozentränge hoch genug liegen. Sonst kann eine Fahrverhaltensbeobachtung in Betracht kommen.
Ohne Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenbeteiligung und ohne Hinweis auf leistungsbedingtes Fehlverhalten kann der Leistungstest ganz entfallen, solange die Fahrerlaubnisbehörde nicht ausdrücklich nach den Leistungsvoraussetzungen fragt.
Die drei Teile der MPU und was davon ein Test ist
| Teil der Untersuchung | Was dort passiert | Ist das ein Test? |
|---|---|---|
| Ärztliche Untersuchung | Körperliche Voraussetzungen, Laborwerte, Anzeichen für Konsum oder Medikamenteneinnahme | Nein, eine Untersuchung |
| Leistungstest am Computer | Standardisierte Messung von Aufmerksamkeit, Orientierung, Konzentration, Belastbarkeit und Reaktion | Ja, der einzige Teil, der an Normwerten gemessen wird |
| Psychologisches Untersuchungsgespräch | Exploration deiner Vorgeschichte, deiner Erklärung für das Fehlverhalten und deiner Veränderung | Nein, ein geführtes Gespräch ohne richtige und falsche Antworten |
Die fünf Leistungsbereiche und die Verfahren dahinter
| Leistungsbereich | Verfahren im Wiener Testsystem |
|---|---|
| Aufmerksamkeit | Adaptiver Tachistoskopischer Auffassungstest (ATAVT) |
| Orientierung | Linienverfolgungstest (LVT) |
| Konzentration | Cognitrone (COG) |
| Belastbarkeit | Determinationstest (DT) |
| Reaktion | Reaktionstest (RT) |
Wo Prozentrang 16 tatsächlich liegt
Der Median liegt bei Prozentrang 50, die Anforderung für eine normale Fahrerlaubnis deutlich darunter, bei Prozentrang 16.
| Schwelle | Wofür sie steht |
|---|---|
| PR 16 | Anforderung für Gruppe 1 (Auto, Motorrad) |
| PR 33 | Kompensationsschwelle Gruppe 1, zugleich Regelanforderung Gruppe 2 |
| PR 50 | Median, zugleich Kompensationsschwelle Gruppe 2 |
Welche Leistung tatsächlich gefordert wird
| Fahrerlaubnis | Zahl der Verfahren | Anforderung | Ausgleich bei Unterschreitung |
|---|---|---|---|
| Gruppe 1 (Auto, Motorrad) | In der Regel mindestens drei | Prozentrang 16 | Bei Unterschreitung in genau einem Verfahren mindestens Prozentrang 33 in den übrigen Leistungsbereichen |
| Gruppe 2 (C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E und Fahrgastbeförderung) | Nach Fragestellung und Anlass mindestens drei; für D, D1, DE, D1E und Fahrgastbeförderung alle fünf | Prozentrang 33 in der Mehrzahl der Verfahren, Prozentrang 16 in jedem einzelnen | Bei Unterschreitung in einem Verfahren mindestens Prozentrang 50 in der Mehrzahl der überprüften Leistungsbereiche |
| Chronische Erkrankung oder Dauermedikation | Visuelle Orientierungsleistung, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung, Reaktionsfähigkeit und Belastbarkeit (Kriterium PTV 1, Indikator 3) | je nach Klasse | je nach Klasse |
| Behördlich angeordnete Überprüfung des Leistungsvermögens | In der Regel eine vollständige Überprüfung der in Anlage 5 FeV genannten Leistungsbereiche (Kriterium PTV 1, Indikator 4) | je nach Klasse | je nach Klasse |
Die in Kriterium A 6.1 N genannten Grenzwerte werden nur bei einem isolierten Leistungsparameter unterschritten. Die in den anderen oder auch ergänzend durchgeführten Verfahren erzielten Ergebnisse lassen durchweg gute Leistungen (für eine Fahrerlaubnis der Gruppe 1 zumindest Prozentrang 33) in den übrigen Leistungsbereichen erkennen (für eine Fahrerlaubnis der Gruppe 2 zudem mindestens Prozentrang 50 in der Mehrzahl der überprüften Leistungsbereiche), sodass anzunehmen ist, dass die isolierte Minderleistung einer sicheren Verkehrsteilnahme nicht entgegensteht.
Was am Testtag wirklich zählt
Faktor
Wirkung auf dein Ergebnis
Schlaf in der Nacht davor
Vor der Messung stellt die Begutachtungsstelle sicher, dass du nicht übermüdet oder gesundheitlich beeinträchtigt bist. Sonst zeigt der Befund nicht dein Leistungspotenzial und der Test wird gegebenenfalls wiederholt
Alkohol am Vorabend
Davon raten wir ab. Wie lange Alkohol nachweisbar bleibt, steht im Ratgeber Restalkohol
Medikamente
Vorher angeben, niemals eigenmächtig absetzen. Die Beurteilungskriterien führen sowohl das kurzzeitige Aussetzen einer Dauermedikation als auch leistungssteigernde Mittel vor der Begutachtung als Kontraindikator
Nervosität und Nachfragen
Normal und eingeplant. Verständnisfragen gehören vor den gewerteten Durchgang, nicht danach
Einordnung Nichts davon ist ein Trick. Es ist die Differenz zwischen deiner Leistungsfähigkeit und dem, was gemessen wird.
Online-Tests im Vergleich zum echten Verfahren
| Was im Netz angeboten wird | Was es tatsächlich misst | Was es über deine MPU aussagt |
|---|---|---|
| Reaktionssimulator | Reaktionszeit auf einem beliebigen Endgerät, ohne standardisierte Bedingungen und ohne Normwerte | Nichts. Es fehlt der Prozentrang |
| MPU-Fragen-Quiz mit Multiple Choice | Wissen über typische Gutachterfragen | Nichts über die Exploration. Dort zählt die Begründung |
| Wissens-Check am Ende eines Artikels | Ob du den Artikel gelesen hast | Nichts |
| Eignungs- oder Fallcheck mit Formular | Nichts, es ist ein Kontaktformular | Nichts |
| Leistungstest in der Begutachtungsstelle | Bis zu fünf normierte Leistungsbereiche unter standardisierten Bedingungen | Das Ergebnis, das ins Gutachten geht |
Häufige Fragen zum MPU-Test
Kannst du beim MPU-Test durchfallen?
Am Leistungstest kannst du scheitern. Vorher kommen eine Kompensation und gegebenenfalls eine Fahrverhaltensbeobachtung in Betracht.
Welchen Prozentrang musst du beim MPU-Reaktionstest erreichen?
Für Auto und Motorrad genügt Prozentrang 16. Für Lkw, Bus und Fahrgastbeförderung sind es Prozentrang 33 in der Mehrzahl der Verfahren und 16 in jedem einzelnen.
Wie lange dauert der Leistungstest bei der MPU?
Nach der Beratungserfahrung von MPU Guru oft nur rund 20 Minuten, innerhalb eines Untersuchungstags von drei bis fünf Stunden. Länger bei einer Wiederholung und bei den Klassen C und D.
Musst du bei der MPU immer einen Leistungstest machen, auch bei Punkten und Straftaten?
Ohne Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenbeteiligung und ohne Hinweis auf leistungsbedingtes Fehlverhalten kann er entfallen, solange die Behörde nicht ausdrücklich danach fragt. Bei Delikten während der Fahrt und bei Straftaten mit Unfall- oder Suchtmittelbezug ist er dagegen Pflicht.
Kannst du den MPU-Reaktionstest vorher online üben?
Nach unserer Beratungserfahrung nimmt Vertrautheit mit der Aufgabenform die Anspannung. Bei Wiederholungen zählt der Lerneffekt mit.
Bringen die kostenlosen MPU-Online-Tests im Internet etwas?
Für die Nerven ja, für die Prognose nein. Uns ist kein frei zugängliches Tool bekannt, das mit den Normstichproben der zugelassenen Verfahren arbeitet.
Was ist eine Fahrverhaltensbeobachtung?
Eine standardisierte Fahrprobe. Sie ist eine Eignungsüberprüfung, keine Befähigungsprüfung, und klärt, ob du Leistungsdefizite fahrpraktisch ausgleichst.
Was kostet der Leistungstest?
Nichts zusätzlich, er steckt im Preis des Gutachtens. Die Fahrverhaltensbeobachtung wird gesondert berechnet und liegt erfahrungsgemäß bei rund 350 bis 550 Euro, weil Fahrlehrer und Gutachter mitfahren.
Darf ich zum Leistungstest meine Brille mitnehmen?
Ja, unbedingt. Dasselbe gilt für Kontaktlinsen und Hörgeräte. Gemessen werden soll deine Leistungsfähigkeit, nicht ein unkorrigierter Sehfehler.
Der Leistungstest ist nur ein Teil der Begutachtung
Der Leistungstest dauert meist deutlich unter einer Stunde, und die Anforderung liegt unter dem Durchschnitt. Er ist ein Bestandteil innerhalb einer Untersuchung aus mehreren Methoden.
Im kostenlosen Erstgespräch klopfen wir ein paar Eckdaten ab und vereinbaren den Termin für das Kennenlerngespräch. Dort ordnen wir die Fragestellung der Fahrerlaubnisbehörde ein und sagen dir, wo du stehst, was dein Fall tatsächlich braucht und mit welchem zeitlichen Vorlauf du rechnen musst, bevor wir dir irgendetwas verkaufen. Beide Gespräche sind kostenlos.
Vorbereiten musst du dafür nichts. Wenn dir die Anordnung der Behörde vorliegt, halte sie bereit. Vorbereitet wirst du bei uns anschließend von Psychologen.
Erreichbar sind wir montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr. Wenn du tagsüber nicht telefonieren kannst, schreib uns per WhatsApp.